An einem der symbolträchtigsten Orte Südtirols wird im Sommer 2017 erstmals ein besonderes Kulturprojekt zu sehen sein. Die Uraufführung des Schauspiels aus der Geschichte Tirols wird sowohl für Einheimische als auch für Gäste von Interesse sein.

Was geschah im Tirol des 18./19. Jahrhunderts, als Luthers revolutionäre Gedanken bis hierher kamen? Die Antwort darauf sehen sie im Sommer 2017 auf Schloss Tirol in einem farbenprächtigen Schauspiel, in das auch die kriegerischen Auseinandersetzungen von 1809 mit hineinspielen.

Die 2016 gegründeten Schlossfestspiele zeigen im Sommer 2017 als erste Freilichtaufführung auf Schloss Tirol das Stück „Die Verfolgten“ von Luis Zagler.

Die Geschichte des Stückes „Die Verfolgten“ beruht auf tatsächliche Ereignisse aus dem Vinschgau des 18./19. Jahrhunderts. Der Südtiroler Dramatiker hat die Geschichte auf die besonderen Gegebenheiten auf Schloss Tirol hin geschrieben und dabei eine Reihe von Parallellen zu unserer Zeit herausgearbeitet. Mit insgesamt mehr als 50 Darstellern wird das Theaterereignis sicher eines der spektakulärsten im Sommer 2017 werden.
Oliver Karbus wurde verpflichtet, um das Stück zu inszenieren. Die zehn Hauptdarsteller werden mit bekannten Südtiroler Schauspieler besetzt, von denen einige hauptsächlich in Ausland verpflichtet sind. Volk und Chöre werden mit bewährten Spielern aus dem Vinschgau, dem Passeiertal und dem Burggrafenamt besetzt.

Zum Inhalt:
Im Tirol der Jahre 1792 – 1837 lebt und wirkt ein Mann, der mit einer besonderen Begabung großes Aufsehen erregt. Das bringt ihn in Konflikt mit der herrschenden weltlichen und kirchlichen Obrigkeit der damaligen Zeit. Die daraus folgende Ausgrenzung wird sowohl für den Protagonisten als auch für die weltliche und kirchliche Obrigkeit zur großen Herausforderung.
Wir schreiben das Jahr 1792 in Tirol. Ein junger Mann möchte heiraten, doch die zuständigen Stellen verweigern es ihm. Das stürzt ihn in eine tiefe Krise. Er zieht sich zurück, beginnt sich weiterzubilden – und entdeckt dabei ein Talent, das seine ganze bisherige Lebensplanung völlig auf den Kopf stellt. Wenig später kommen Menschen von überall her zu ihm, um sich heilen zu lassen. Bis schließlich die weltliche und kirchliche Obrigkeit darauf aufmerksam wird und gegen ihn vorgeht. Der Mann wird als Ketzer verleumdet, bedroht und ins Irrenhaus in Hall in Tirol gebracht. Dort gelingt es ihm jedoch gleich darauf wieder entlassen zu werden und weiter seiner Tätigkeit als Heiler nachzugehen. Sein Bekanntheitsgrad wie auch die Hilfe einflussreicher Leute helfen ihm dabei.
Jetzt wird er noch bekannter – und das weit über die Landesgrenzen Tirols hinaus. Sein Ruf reicht schließlich bis zum habsburgischen Kaiserhaus in Wien, wo ihm vor allem eine einflussreiche adelige Dame besondere Wertschätzung entgegenbringt. Sie wird sich auch später noch oft für ihn verwenden. In seiner Heimat Tirol hingegen erwartet ihn Gefängnis und Folter. Dennoch zieht es den gebürtigen Tiroler immer wieder zurück in seine Heimat, wo sich 1822 eine kleine Gruppe von Anhängern um ihn schart, die bald darauf durch dick und dünn mit ihm gehen wird.
Doch die politischen Verhältnisse ändern sich immer wieder. Die Freiheitskriege von 1809 sind verloren. Doch Tirol fällt auf dem Wiener Kongress von 1814 – 15 Tirol wieder an Habsburg. Es kommt zu einer Wiederherstellung der Herrschaftsverhältnisse. Was das für den Mann und seine Gruppe im Tirol des Jahres 1823 bedeutet, ist heute nur noch schwer vorstellbar.
Weltliche und kirchliche Obrigkeit verbünden sich, um den Außenseiter und die Gruppe rund um ihn nun endgültig zum Abschuss freizugeben. Was folgt, sind Verleumdungen, Ausgrenzung, Verfolgung, Folter und eine weitere Einlieferung ins Irrenhaus – diesmal in die Irrenanstalt von Linz –, wo der Mann nun endgültig „unschädlich“ gemacht werden soll.

Termine: 11., 12.,15.,16.,17., 19. August 2017
Beginn: jeweils um 21:00 Uhr
Servicenummer: 333 660 7473 oder online www.schlossfestspiele.events
Premiere der Uraufführung am 8. August 2017, Beginn 21.00 Uhr